Ulmensterben

Das Ulmensterben trat erstmals 1918 in Frankreich und später auch in Holland (Holländische Ulmenkrankheit) auf. Das Ulmensterben ist eine Welkekrankheit und wird durch den Pilz Ceratocystis ulmi verursacht. Die Sporen dieses Pilzes werden durch den Großen und Kleinen Ulmensplintkäfer übertragen. Der Erregerpilz verbreitete sich in den zwanziger Jahren rasch über ganz Mitteleuropa und vernichtete einen Großteil der Ulmen. Eine zweite Welle dieser Epidemie fand statt in den 60er Jahren und raffte zum Beispiel in Holland weit mehr als 85% der Ulmen hin. Mittlerweile sind ganz Europa und auch Nordamerika in einem verheerenden Ausmaß vom Ulmensterben betroffen. Wo früher prächtige Ulmen-Exemplare Städte und Landschaften prägten, finden sich heute, wenn überhaupt, nur noch klägliche Reste. Ganze Alleen fielen und fallen auch weiterhin der Krankheit zum Opfer.
Diese Entwicklung ist schon sehr tragisch. Ist doch die Ulme nicht nur eine auffallend schöne und auch sehr prägende, sondern auch eine sehr wüchsige, eher anspruchslose, nicht nur für Straßenstandorte sehr geeignete und auch eine sehr alt werdende Baumart.
Bisherige Rettungsversuche mit Hilfe von Impfungen (fungizide Injektionen) waren letztlich immer erfolglos. Neuere Überlegungen dagegen, wo die natürlichen Abwehrmechanismen der Ulmen optimiert werden, sind sehr  vielversprechend. Hierbei werden vorbeugend Pflanzenstärkungsmittel am noch gesunden Baum injiziert, welche das Immunsystem der Pflanze aktiviert und damit eine Überreaktion (eine Vertüllung der Leitgefäße, eine Verstopfung) nach einer Infektion verhindert.
Dieses Verfahren ist in Holland entwickelt und zeigt hier bereits große Erfolge. Auch in Hamburg ist es seit 2008 in der Anwendung und wird hier unter der Obhut der Umweltbehörde, dem Hamburger Ulmenbüro (Dr. Gordon Mackenthun) und zusammen mit uns umgesetzt.
Auch hier zeigt sich ein sehr positives Bild, Voraussetzung sind jedoch immer sehr exakte Aufnahmen und ein rigoroses Roden der erkrankten und toten Bäume.

Erstinfektion mit der Ulmenkrankheit

Schadensbild der Ulmenkrankheit im Endstadium

Impfung einer gesunden Ulme

Ulmenneupflanzung mit einer resistenten Ulmensorte

gesunde Bergulme im Alten Botanischen Garten, Hamburg